„Abschied“ von Sebastian Haffner

Sebastian Haffner schrieb im Jahr 1932 einen Roman, der erst posthum in diesem Jahr veröffentlicht wurde. Im Mittelpunkt steht der Taumel des Verliebtseins – und die Melancholie des Abschieds.

Februar 1932, Paris: Der Mittzwanziger Raimund besucht für zwei Wochen seine Freundin Teddy, die Deutschland verlassen hat, um an der Sorbonne zu studieren. Niemals würden die beiden sich als „Paar“ bezeichnen – eine Etikettierung, die ihnen zu eng erscheint.

Am letzten Tag ihres Zusammenseins bleibt ihnen nur noch wenig Zeit. Um 22 Uhr muss Raimund den Nachtzug zurück nach Berlin nehmen. Gemeinsam schmieden sie Pläne, wie sie jede Minute bis dahin auskosten können. Doch immer wieder geraten sie in Streit, entfernen sich voneinander, um sich dann umso inniger wieder anzunähern. In diesen Stunden verdichtet sich alles: Sehnsucht, Eigensinn, Nähe und Trotz.

Die sich abzeichnenden politischen Umbrüche sind allenfalls düstere Vermutungen. Vor diesem Hintergrund allerdings entfaltet Haffners Erzählweise eine besondere Kraft: leicht, verspielt, charmant – und gerade deshalb umso eindringlicher.

„Abschied“ von Sebastian Haffner
Hanser Verlag, ISBN 978-3-446-28482-1, 192 Seiten