„Der andere Arthur“ von Liz Moore

Der kürzlich auf Deutsch erschienene Roman Der andere Arthur von Liz Moore weckte sofort mein Interesse. Nach den beiden erfolgreichen, deutlich spannungsorientierten Romanen Long Bright River und Der Gott des Waldes schlägt Moore hier einen ganz anderen Ton an: sie schreibt still und eindringlich über Einsamkeit – ohne Pathos, ohne melodramatische Zuspitzung, dafür mit psychologischer Genauigkeit und großer Empathie für ihre … Weiterlesen

„Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ von Lisa Ridzén

Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich von meiner Liebe zu Schweden spreche – zu seiner Landschaft, seinen Menschen und zu jenen Geschichten, die mit Wärme und Menschlichkeit tief ins Herz treffen. Umso größer ist meine Freude, dass mit „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ von Lisa Ridzén ein Roman erscheint, der genau in diese besondere Liga schwedischer Erzählkunst gehört, … Weiterlesen

„Was nicht gesagt werden kann“ von David Szalay

Vorneweg: Ich habe dieses Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen. Es hat mich von der ersten Seite an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Inhaltlich lässt sich der Roman knapp zusammenfassen: Ein Mann aus sozial schwachen Verhältnissen arbeitet sich nach oben, erlangt materiellen Wohlstand – und verliert schließlich alles. Doch Szalay erzählt diese klassische Aufstieg-und-Fall-Geschichte ohne … Weiterlesen

„Die Verlorene“ von Miriam Georg

Miriam Georg führt uns mit „Die Verlorene“ nach Schlesien. Entstanden ist ein eindrucksvolles Familienepos, das Vergangenheit und Gegenwart kunstvoll miteinander verwebt und dabei große Themen wie Krieg, Schuld, Liebe, Vertreibung und Trauma behandelt. Ausgangspunkt der Geschichte ist die Gegenwart: Nach dem Tod ihrer Großmutter Änne entdeckt Laura, dass diese ihr Leben lang geschwiegen hat – über ihre … Weiterlesen

„Man badet nicht in der Loire“ von Guillaume Nail

Es gibt Bücher, die einen erschüttern – weil sie schonungslos sind, weil sie wehtun und weil sie Wahrheiten zeigen, denen man sich kaum entziehen kann. Und doch besitzen sie eine solche literarische Kraft, dass sie einen selbst nach der letzten Seite nicht loslassen. Guillaume Nails Roman Man badet nicht in der Loire ist ein solches Buch: hart, … Weiterlesen

Florian Illies: Wenn die Sonne untergeht. Familie Mann in Sanary

Über Sachbücher zu sprechen und dabei Neugier zu wecken, ist oft eine besondere Herausforderung. Schließlich beruhen sie auf Fakten, ihr Inhalt scheint – zumindest auf den ersten Blick – bereits festgelegt. Besonders deutlich wird das bei Biografien, und erst recht dann, wenn es über die porträtierte Person bereits unzählige Veröffentlichungen gibt. Umso bemerkenswerter ist es, … Weiterlesen

„Katzentage“ von Ewald Arenz

Mit „Katzentage“ legt Ewald Arenz einen kurzen, leisen Liebesroman vor, der von flüchtigen Momenten, vorsichtiger Nähe und dem Mut zum Jetzt erzählt. Paula, Ärztin, und Peter, Jurist, arbeiten in derselben Klinik. Zwischen ihnen knistert es schon lange, und nach einer gemeinsamen Fortbildung ist die Spannung greifbar. Auf der Rückfahrt im Zug liegt etwas Ungesagtes in der Luft … Weiterlesen

„Disko“ von Till Raether

Mit seinem Roman Disko entführt Till Raether die Leserinnen und Leser mitten hinein in die Bundesrepublik der 1970er Jahre – in eine Zeit, in der München nicht nur als heimliche Hauptstadt galt, sondern auch als internationaler Hotspot der Discoszene. Diese vibrierende Partyhauptstadt bildet die Kulisse für einen Roman, der weit mehr ist als eine nostalgische Zeitreise. Till … Weiterlesen

„Lázár“ von Nelio Biedermann

Mit Lázár legt der erst 22-jährige Nelio Biedermann einen beeindruckenden historischen Roman vor, der nicht nur durch seine erzählerische Kraft, sondern auch durch seine thematische Tiefe überzeugt. Ausgezeichnet als Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen 2025, erweist sich der Roman als vollkommen verdienter Erfolg. Die Geschichte setzt am 6. Januar 1900 ein, in einem abgelegenen ungarischen Waldschloss der Adelsfamilie … Weiterlesen

Die Königin Von Dirt Island – Donal Ryan

Donal Ryan, 1976 geboren, zählt zu den bedeutendsten Stimmen der zeitgenössischen irischen Literatur. Sein Weg zur Schriftstellerei ist ungewöhnlich: Nach einem Studium des Bauingenieurwesens und der Rechtswissenschaften arbeitete er als Staatsdiener in einer Behörde für Arbeitnehmerrechte. Diese beruflichen Erfahrungen scheinen sein literarisches Schaffen nachhaltig geprägt zu haben. Ryan interessiert sich für Menschen in ihren alltäglichen … Weiterlesen