
Mit „Katzentage“ legt Ewald Arenz einen kurzen, leisen Liebesroman vor, der von flüchtigen Momenten, vorsichtiger Nähe und dem Mut zum Jetzt erzählt.
Paula, Ärztin, und Peter, Jurist, arbeiten in derselben Klinik. Zwischen ihnen knistert es schon lange, und nach einer gemeinsamen Fortbildung ist die Spannung greifbar. Auf der Rückfahrt im Zug liegt etwas Ungesagtes in der Luft – bis ein Bahnstreik alles zum Stillstand bringt. Gestrandet in Würzburg stehen den beiden plötzlich drei unverhoffte Tage zur Verfügung. Sie beschließen, diese Zeit miteinander zu verbringen, mit einer klaren Regel: Die Zukunft bleibt außen vor.
So entstehen drei Tage voller Leichtigkeit, Nähe und vorsichtiger Intimität. Paula und Peter leben im Hier und Jetzt, streifen durch das herbstliche Würzburg und gönnen sich eine kleine Auszeit vom Alltag – wie aus der Zeit gefallen. Doch immer wieder brechen Zweifel durch: Was geschieht nach diesen Tagen? Was, wenn der andere der Richtige ist – oder eben nicht?
Arenz verzichtet auf einen tiefen psychologischen Charakteraufbau. Paula und Peter bleiben luftig, fast skizzenhaft, doch genau das passt zur Geschichte. Im Mittelpunkt steht nicht das „Wer“, sondern das Dazwischen: das leise Annähern, das Zögern, das Hoffen. Der Roman erzählt davon, wie viel Mut es braucht, sich auf einen Menschen einzulassen – gerade, weil man weiß, dass nichts garantiert ist.
Besonders hervorzuheben sind die warmen, stimmungsvollen Illustrationen, die den Text begleiten und ihm eine zusätzliche Ebene verleihen. „Katzentage“ ist ein Bilderbuch für Erwachsene – eine Seltenheit und ein großer Gewinn.
„Katzentage“ ist ein kurzer, intensiver Roman, der sich in wenigen Stunden lesen lässt und dennoch lange nachhallt. Ein Buch für ruhige Nachmittage, für den goldenen Herbst – oder für alle Momente, in denen man sich an die Schönheit des Augenblicks erinnern lassen möchte.
„Katzentage“ von Ewald Arenz
Dumont Verlag, ISBN 978-3-7558-1136-7 , 128 Seiten